1. Quartalsbrief 2010, Januar-März Sonntag, den 11.4.2010, 17:00

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

Heute ist der 20. März 2010, um 18.35 MEZ beginnt zumindest astronomisch gesehen der Frühling. Aber die Anzeichen in der Natur, dass er tatsächlich kommt, mehren sich deutlich. Die Luft ist lau, die Märzsonne versendet kräftige, wärmende Strahlen und überall spitzt es aus der Erde heraus, Schneeglöckchen und Krokusse stehen in unserem Garten in voller Blüte: Die Natur erwacht...Einige Informationen für Sie:


Fortbildungen des ÄKV 2010 in den Bernlochner Stadtsälen: (Beginn jeweils 19:30 Uhr)

14.04. "Gastrointestinale Stroma Tumore (GIST) - Diagnostik und Therapie" – Dr. med. Franz Käser, CA KKH Landshut Achdorf – anschließend Mitgliederversammlung 2010 / 19.05. "Die degenerative Halswirbelsäule" - PD Dr. med. D.H. Woischneck CA Chirg. Klinik III Klinikum LA / 16.06. "Management des akuten Notfalls" – PD Dr.med. C.M. Reng CA Innere Medizin KKH Bogen / 14.07. "Arzneimittelinteraktion: Gefahr und Chance" - Prof. Dr. med. M. Schubert-Zilavecs / 22.09.

" PET – Was bringt es?" - PD Dr. Blumstein - Nuklearmedizin Klinikum LA / 20.10. Thema in Bearbeitung: "Alkohol, Drogen und Gewalt bei Jugendlichen" – Podiumsdiskussion mit mehreren kompetenten Teilnehmern / 10.11. Thema: "Demenz" – Referent: NN


Fortbildungsbesuche: Dieser Punkt wurde schon im 4. QB 2009 angesprochen. Ich nehme das Thema aber hier noch einmal auf, da diesen Quartalsbrief alle Mitglieder des ÄKV Landshut erhalten, weil er zusammen mit der pflichtgemäßen Einladung aller Mitglieder zur Mitgliederversammlung verschickt wird. Die Vorstandschaft des ÄKV musste leider feststellen, dass die Besucherzahlen der vom ÄKV Landshut veranstalteten monatlichen Fortbildungen im Vergleich zum Vorjahr und vor allem zu früheren Jahren deutlich rückläufig sind. Wir bemühen uns seit Jahren um eine ausgewogene, für alle Fachgruppen interessante Fortbildung. Eine Umfrage 2008/2009 unter den Veranstaltungsbesuchern ergab durchwegs gute bis sehr gute Zufriedenheit mit den angebotenen Themen und Referenten sowie dem Veranstaltungsort. Diese Fortbildungen, zu deren Durchführung der ÄKV gesetzlich verpflichtet ist, verursachen große organisatorische und finanzielle Anstrengungen und diese Mühen sollten von Ihnen, den Mitgliedern durch regen Besuch der interessanten Veranstaltungen honoriert werden. Die Stadt Landshut möchte den Mietpreis des Bernlochnersaals erhöhen. Wir stehen nun vor der Entscheidung, ob wir weniger FoBis veranstalten oder den Veranstaltungsort wechseln sollen. Bei der MGV im April wollen wir nach Unterbreitung verschiedener Vorschläge mit Ihnen darüber entscheiden.

Laienfortbildung in Zusammenarbeit mit der AOK Bayern: Diese Veranstaltungen sind bei den Patienten sehr beliebt, erfreuen sich hoher Besucherzahlen (je nach Thema bis 150 Zuhörer !) und werden deshalb auch 2010 fortgesetzt. Ort: AOK Landshut - Zeit: 19.00 Uhr – Termine: 22.04. in Vilsbiburg Darmkrebs kann jeden treffen – PD Dr. Pehl / 13.05. Grauer oder grüner Star – Augen MVZ Dres. Kölbl et al / 30.09. Volkskrankheit Rückenschmerzen – Dr. Zieglmeier / 28.10. Migräne und Kopfschmerzen – Frau Dr. Wittmann / 11.11. Diabetes – Gefahr für die Gefäße – Frau Dr. Spranger. Weitere Informationen dazu, mit Aushangplakat und Flyern für die Praxis, erhalten Sie jeweils kurzfristig vor der Veranstaltung beim ÄKV LA und den ÄKV FoBis.



Veränderungen im Kreisverband Landshut:

Leider können wir Ihnen aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Informationen über erfolgte Praxisneuzulassungen, -umstrukturierungen oder -beendigungen mehr zur Verfügung stellen. Informationen dazu finden Sie unter: www.kvb.de bei Arztsuche., wo Sie jeden niedergelassene(n) Kollegin(en) in BY ausfindig machen können

Mitgliederversammlung: Gleichzeitig mit diesem Quartalsbrief erhalten Sie die Einladung und die Tagesordnung zur jährlich einmal stattfindenden Mitgliederversammlung. Die Vorstandschaft des ÄKV würde sich sehr freuen, Sie wieder in großer Anzahl am 14.04.2010 um 19.30 Uhr in den Bernlochner Stadtsälen begrüßen zu können. Der Abend wird durch einen Vortrag über Diagnostik und Therapie von GIST (gastrointestinale Stromatumore) von Herrn CA Dr. Franz Käser vom KKH Landshut-Achdorf eröffnet.


Die Medizin wird weiblich: Der 26. Deutsche Ärztetag im Juni 1898 in Wiesbaden hielt nichts davon, Frauen zum Medizinstudium zuzulassen. Es ergäbe sich kein erheblicher Nutzen für die Kranken, mehr Schaden als Nutzen für die Frauen selbst und kein Nutzen für die Hochschulen und die Wissenschaft, wohingegen mit einer Verminderung des ärztlichen Ansehens gerechnet werden müsse. Bekanntlich erwies sich der Widerstand der damaligen Standesvertreter als zwecklos. Gut 100 Jahre später verzeichnet der Frauenanteil im Medizinstudium einen stetigen Zuwachs und liegt seit einigen Jahren bei über 63%, auch sind mittlerweile 40% der berufstätigen Ärzte weiblich. Bei angehenden Ärztinnen aber auch Ärzten kommen Überlegungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereits im Studium auf. Daher ist es notwendig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Familiengründung bereits im Studium ermöglichen und fördern. Auf der Wunschliste stehen: Unterstützung bei der Kinderbetreuung, flexiblere Arbeitszeitmodelle und besser strukturierte Weiterbildung.


Paradoxon: Ärztemangel bei steigenden Ärztezahlen: Ursachen für einen wachsenden Ärzte-bedarf sind nach Dr. med. Max Kaplan, Vizepräsident der BLAEK: Entwicklung des medizinischen Fortschritts, demografischer Wandel der Bevölkerung, und damit verbunden ein Zunahme von Morbidität und Multimorbidität, Trends zur Arbeitszeitverkürzung, aber auch die Feminisierung der ärztlichen Profession. Gründe für Nachwuchsmangel sind: 20% der Universitätsabsolventen gehen nicht in die ärztliche Versorgung, 2008 verließen 3060 Ärzte/innen die BRD, zugewandert sind nur 1350. Konsequenzen: 4000 Arztstellen an Kliniken sind unbesetzt, frei werdende Arztsitze können nicht mehr nachbesetzt werden und neue Kooperationsformen müssen gebildet werden, da sonst die Gefahr besteht, dass kleinere Krankenhäuser geschlossen werden, die fachärztliche Versorgung sich zunächst vom Land in die Stadt und später an die Kliniken (MVZ, Polikliniken) verlagert und die hausärztliche Versorgung auf Facharztniveau in Frage gestellt wird.


Zum Schluss wieder etwas Philosophisches. Nachdem ich im letzten halben Jahr unfreiwillig mehr persönliche Freizeit hatte, als ich eigentlich wollte, habe ich mich neben regelmäßigen Fortbildungen auch anderen schönen Dingen des Lebens widmen können, wobei neben Besuchen von Opern, Konzerten und Ausstellungen Vorträge über geschichtliche Themen und Literatur im Vordergrund standen. Aus der Golo Mann Ausstellung in München (noch bis 11.4.10) habe ich Ihnen folgendes mitgebracht: "Wir sind von Kindheit an, was wir sind und alles Spätere ist Auslegung des Frühesten. Je labyrinthisch irrer das Alter ist, desto rührender wirkt im Rückblick die Jugend, weil doch in dem hoffenden, zutraulichem Menschen des Morgens schon der heiße Mittag und die Abgeschiedenheit des Abends lag."


In diesem Sinne verbleibe ich
Ihr Dr.med. Werner Resch – 1. Vorsitzender ÄKV Landshut