2. Quartalsbrief 2004, April-Juni Samstag, den 03.07.2004, 20:36

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!

Der vor 2 Tagen aus dem Amt geschiedene Bundespräsident Rau mahnte kürzlich bei der Eröffnung des 107. Deutschen Ärztetages in Bremen ein "menschliches Gesundheitswesen" an, er wünsche sich, "dass ein humaner Umgang mit Krankheit ein unverwechselbares Merkmal unseres Gesundheitswesens und unserer Gesellschaft sei. Die Arbeit von Ärzten dürfe nicht auf eine Dienstleistung reduziert werden, Ärzte wären keine Anbieter und Patienten keine Kunden. Man könne nicht das ganze Leben in Begriffe der Betriebswirtschaft pressen…." Die Worte hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! Der seit 3 Tagen amtierende Bundespräsident kommt aus dem Wirtschafts- und Finanzsektor….

Bericht von der MG Vollversammlung:
Die Versammlung war erstaunlich gut besucht. Über 80 Mitglieder fanden den Weg in die Bernlochner Säle, eine Steigerung von 100 % ggü. der letzten Versammlung im April 2003. Der Kassenbericht 2003/2004 und der Haushaltsvoranschlag 2004/2005 wurden einstimmig genehmigt und die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Die notwendige MG Beitragserhöhung wurde mit überwiegender Mehrheit bei nur 8 Gegen- stimmen beschlossen.

Novellierte Musterberufsordnung:
Der 107. Deutsche Ärztetag hat eine MBO beschlossen, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten völlig neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnet. Z.B. dürfen Ärzte über ihren Praxissitz hinaus auch an weiteren Stellen ärztlich tätig sein, es können Teil-Gemeinschaftspraxen und Teil-Partnerschaften sowie sogar überörtliche Gemeinschaftspraxen gegründet werden, die Möglichkeiten zur Anstellung von Ärzten werden unter Voraussetzung von angemessener Vergütung und zu gewährender Zeit für Fortbildungen ausgeweitet, Kooperationsformen mit Angehörigen anderer akademischer Heilberufe sowie Gründungen von Ärztegesellschaften werden möglich.

Neuer EBM plus:
Am 13. Mai 2004 hat der Bewertungsausschuss zusammen mit Regelleistungsvolumina einen neuen EBM plus beschlossen, der am 01.01.2005 in Kraft treten wird. Mit den schon üblichen Nachbesserungen ist noch zu rechnen. Für jede Fach- gruppe gibt es ein eigenständiges Kapitel. Interessant sind die gewählten Farben der gebundenen Ausgaben: Urologie – gelb, Labor – rot, Hausärzte –himmelblau, Gastroenterologen – braun, usw…. Auskünfte bei: www.kbv.de/home/3956.htm

Änderung Manteltarifvertrag für Arzthelferinnen:
Ab 01.07.2004 erhalten Arzthelferinnen und Auszubildende in den alten Bundesländern ein Prozent mehr Gehalt (NBL: Steigerung von 85 auf 85,25% Westniveau). Der neue Gehaltstarifvertrag läuft bis 30.06.2005

Notfallpraxis in Landshut:
In mehreren Kreisverbänden gibt es bereits Notfallpraxen. In vom Krankenhaus zur Verfügung gestellten Räumen sitzt der Notfallarzt (eine/ein nieder-gelassene/r Kollegin/Kollege) unter der Woche zu bestimmten Zeiten (z.B. 18.00 bis 23.00 Uhr) und am Wochenende (z.B. 08.00 bis 23.00 Uhr), behandelt Notfallpatienten, hat den ganzen Klinikapparat zur Verfügung und entscheidet, ob der sich selbst einweisende Patient stationär aufgenommen werden muss, oder nicht. Dieses System hat bei längerem Nachdenken sicher viele Vorteile für alle Beteiligten (KKH/Niedergelassene Ärzte/KK und Patienten).

Qualitätsmanagement:
nach Einführung eines verpflichtenden QM für Arztpraxen durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) ist der Anbietermarkt von QM Systemen durch zunehmende Nicht-Transparenz, unterschiedliche Kosten und Desinformation geprägt. So sind KPQ, EFQM, DIN EN ISO für viele noch Buchstaben mit 7 Siegeln. QM bringt aber eine Steigerung der Effizienz und stellt den Qualitätsstandard in der Praxis sicher. Der ÄKV Deggendorf hat ein eigenes QM Schulungsprogramm entworfen, das die Möglichkeit eines klar definierten, kostenüberschaubaren, praxiseffektiven QM für jeden Praxisinhaber bieten soll. Eine Kooperation seitens mehrerer, auch unseres Kreisverbandes, ist angedacht.

Fortbildungs- und Veranstaltungshinweise:
07.07.04 – 19.30 Uhr: 10 Jahre Schlossklinik Rottenburg - Zeughaus Landshut
13.07.04 - 19.30 Uhr: Festvortrag zur 800 Jahr Feier der Stadt Landshut: Dr.med.A.Mößmer Ärzte-Bürger-Herzöge – Heilig Kreuz Kirche im Carossa Gymnasium
17.07.04 – 09.00 Uhr: 1.Niederbayerisches Notfallsymposium –Fachhochschule Deggendorf
14.09.04 - 19.00 Uhr: Schmerzkolloqium-Anästhesie-Abteilungen beider LA Krankenhäuser
06.10.04 – 14.00 Uhr: AK Suchtgefahren-Kreisjugendamt - Dipl.Soz.Päd. Becker
16.10.04 - 08.00 Uhr: 2.Landshuter Wundtag – Dekubitus - Ärztehaus Achdorferweg 5
23.10.04 – 19.30 Uhr: UNICEF-Benefizkonzert NdB. Ärzteorchester-Musikschule Landshut

Beachten Sie dazu auch unsere Homepage: www.aekv-landshut.de

Schwindelfirmen:
Prüfen Sie bitte genau Angebote von Firmen, die Sie in Ärzte- oder Klinikverzeichnisse kostenlos eintragen wollen. Lesen Sie unbedingt das Kleingedruckte!

KVB - Wahlen:
Vom 16.09. bis 28.09.2004 finden Bayernweit Wahlen zur Vertreter-versammlung der KV Bayerns nach der kürzlich beschlossenen neuen Wahlordnung statt. Für die nächste Legislaturperiode sind eventuell 50 (statt zunächst geplanter 30) Mitglieder zur Vertreterversammlung zu wählen, welche zusammen mit zwei Vorständen (jeweils 1 Hausarzt und 1 Facharzt) für die nächsten 6 Jahre die Geschicke der Vertragsärzte und – psychothera- peuten bestimmen werden. Nehmen Sie die Wahl ernst, die anstehenden schwierigen Entscheidungen sollten Sie nicht dem Zufall überlassen! Genügen Sie Ihrer Wahlpflicht, gebrauchen Sie Ihr Wahlrecht!

Fortbildungspflicht:
Seit 01.07.04 ist die Fortbildung zur Pflicht geworden. Der Nachweis wird über Punkte erbracht, die auf verschiedenen Pfaden gesammelt werden können. Punkte, die Sie bereits im 1.Halbjahr 2004 für absolvierte Fortbildungen erhalten haben, werden dabei angerechnet.

Das Letzte:
Der Bundesausschuss Ärzte/Krankenkassen fasste in seiner Sitzung vom 01.12.2003 folgenden wichtigen Beschluss: im Abschnitt 1a) werden die Worte "vom Beginn des 20.Lebensjahres an" durch die Worte "ab dem Alter von 20 Jahren" (…) ersetzt.

Na dann…. Schöne Sommerferien

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihr


Werner Resch
FA - Internist
1. Vorsitzender des ÄKV Landshut