2. Quartalsbrief 2009, April-Juni Donnerstag, den 2.7.2006, 09:00

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

Es ist kaum zu glauben, aber ein Blick auf den Kalender wird Sie überzeugen: Wenn Sie diesen Brief erhalten, ist die Hälfte des Jahres schon wieder um, die Sommersonnenwende ist Vergangenheit, die Tage werden bereits wieder kürzer, die Nächte länger. Tempus fugit. Einige Informationen für Sie:

Fortbildungen des ÄKV 2009 in den Bernlochner Stadtsälen: (Beginn jeweils 19:30 Uhr)
15.07. Thrombozytenaggregation im tägl. Alltag - PD Dr. med. M. Spannagel Klinikum LMU München
August 09: Sommerpause
23.09. Die Schwangerschaft - ein interdisziplinäres medizinisches Fenster in die Zukunft- Prof. Dr. med. Th. Fischer - CA Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe KH-Landshut-Achdorf
21.10. Osteoporose Dr. med. Radspieler
11.11. Nahrungsmittelallergien, KH Malabsorption und Zöliakie - Dr. med. Englhardt, OA Kinder - KH St.Marien Landshut

Fortbildungspflicht:
Es gibt kein Pardon: Am 30.06.09 läuft die Frist zum erstmaligen FoBi Nachweis für die meisten Vertragsärzte ab. Die Landesärztekammern erleben deshalb derzeit einen riesigen Ansturm. Reichen Sie schnellstmöglich Ihre fehlenden Punkte ein, um keine Honorarverluste zu riskieren.

Veränderungen im Kreisverband Landshut:
Zum 01.07.09:
Kliniken:
Frau Dr. medic.(RO) Sanda Raßbach - Erstermächtigung Anästhesie KKH Vilsbiburg
Herr OA Dr. med. Mathias Pfann - Erstermächtigung Gynäkologie KH LA-Achdorf
Herr CA Dr. med. Andreas Ganslmeier - Erstermächtigung Orthopädie/Unfallchirurgie KH LA -Achdorf
Herr CA Dr.med. Hans Joachim Wypior Teilzulassung Strahlentherapie Klinikum LA
Praxen:
Frau Dr. med. Marion Kuske - Teilzulassung Dermatologie LA Dreifaltigkeitsplatz 175
Herr Christian Zieglmaier - Zulassung Orthopädie LA Mühleninsel 1
Hausärztliche GP:
Herr Dr. med. Michael Krebs FA Allgemeinmedizin mit Dr. med. Peter Krebs FA Innere Medizin LA Altstadt 216/217
Herr Dr. med. Martin Liebl FA Allgemeinmedizin mit Dr. med. Gerhard Liebl FA Allgemeinmedizin - Niederaichbach Grieweg 6
Frau Agnes Wild FÄ Allgemeinmedizin mit Dr. med. Christopher Wild FA Innere Medizin/Notfallmedizin Piflas Alte Regensburgerstraße 47
Verzicht auf Zulassung:
Herr Dr. med. Karl Erbes - Orthopädie LA Mühleninsel 1 und Herr Peter-Michael Scherliess Allgemeinarzt LA Altstadt 296 zum 30.06.09 Dr. med. Peter Wilden Orthopäde LA Niedermayerstr. 8 zum 30.09.09
Beschäftigungsgenehmigungen:
Herr Dr. med. Jürgen Wiberg Orthopäde bei Dr. med. Ch. Sagstetter LA Niedermayerstr. 8 zum 01.10.09 und Frau Dr. med. Birgit Förster-Euringer Augenärztin bei Dr. med. Josef Reiter LA Veldenerstr. 16a zum 01.07.2009

LaHo Fieber:
Es ist diesmal nicht die Hühnergrippe wie 2005 und auch nicht die Schweinegrippe (oder auch "Neue Grippe", wie sie neuerdings heißt), die uns die nächsten 4 Wochen bedroht. Es ist ein anderes, kürzlich identifiziertes Virus, das die Landshuter Bürgerinnen und Bürger, vom Säugling bis zum Greis, von der medizinischen Fachangestellten bis zum Klinikchefarzt im bekanntem regelmäßigen Turnus alle 4 Jahre befällt. Nach unterschiedlicher Inkubationszeit beginnen die bereits äußerlich an einer plötzlich in die Länge gewachsenen Haarmähne zu erkennenden Virusbefallenen sich bei größter Sommerhitze in schwere, teils pelzverbrämte Gewänder zu kleiden, wärmende, kratzende Strumpfhosen mit bei Männern eigenartigen Klappen im Schritt zu tragen, phantasievolle Kopfbedeckungen aufzusetzen, gewappnet mit Schwertern, Dolchen und ähnlichen Hieb- und Stichwaffen, versehen mit riesigen kupfernen Trinkbehältern, alleine oder in Gruppen, mit mehr oder minder sturem Blick durch die Altstadt zu eilen und alle Bekannten und mehr noch die Unbekannten mit einem kräftigen "Hallooo" aus den geschundenen Kehlen zu grüßen. Das nur leichter erkrankte Volk sitzt derweilen leger-locker gekleidet mit kurzem Haar, teils bewundernd-staunend teils grün vor Neid, gelegentlich auch mitleidig auf den im Wohnzimmer der Stadt aufgestellten Tribünen, isst und trinkt und fühlt sich pudelwohl. Ohne jeglich notwendig werdende Therapiemaßnahmen dauert die Endemie knappe drei Wochen und verschwindet von selbst. Erste Anzeichen des Abflauens der Epidemie sind lange Wartezeiten auf Friseurtermine und häufiger werdende Besuche beim HNO Arzt. Manche, gegen das "LaHo"-Virus Immune ziehen ihren Jahresurlaub vor, flüchten in dieser Zeit aus der Stadt und sprechen hinten herum respektlos und bar jeglichen bürgerlichen Geschichtsbewusstseins vom "Landshuter Strumpfhosenfasching"...

Eine Fortbildung zu diesem Thema findet am Mittwoch 01.07.2009 um 19.30h im Festzelt Ossner auf der Festwiese Landshut statt. Es spricht ein durchreisender, gelehrter Zigeuner namens Dr. Franz Niehoff (zu normalen Zeiten als Leiter der Museen der Stadt Landshut tätig) zum Thema: "Brille, Säge, Theriak - Medizin um 1475" Es gibt keine Fortbildungspunkte der BLÄK! Es ist uns nicht gelungen die Kräuter-Heilmittel-Industrie zu einem Sponsoring zu ermuntern, weshalb die anschließende "Atzung" auf das eigene Säckel schlägt. Dabei können Sie die Symptome bei „LaHo-Virus-Erkrankten“ beobachten und studieren. Unkostenbeitrag 5.- € / Kinder frei

Betriebsärztin/arzt gesucht:
Die Landshuter Werkstätten suchen für eine am 01.09.2009 in 84056 Rottenburg an der Laaber den Betrieb aufnehmende Filiale für ca 15 Stunden/Jahr eine(n) Betriebsärztin/arzt. Bei Interesse wenden Sie sich an Frau Stephanie Brucks 0871/93242-65.

Heilberuf- Kammergesetz:
Seit 30.10.2008 gilt eine neue Fassung. Bezug der neuen Version über www.blaek.de unter "Rechtsvorschriften". Die niederbayerischen Gesundheitsämter sind außerhalb der Dienstzeit unter der zentralen Rufnummer der Regierung von Niederbayern erreichbar: 0871/ 808-1699

Arzt-Navigator:
Die AOK will ab 2010 im Internet ein Ärzte-Portal installieren, in dem Versicherte ihren Arzt bewerten sollen, um anderen Patienten zu ermöglichen, zuverlässig einen guten und kompetenten Arzt zu finden. Als Kriterien werden nicht nur Wartezeit und Service einer Praxis, sondern auch Behandlungsergebnisse angedacht. PRO: wenn die Plattform seriös gestaltet wird, muss ein Qualitätsvergleich von Arztpraxen nicht gescheut werden. KONTRA: populistische Hitlisten durch Ketten-E-Mails, aber auch Ärztemobbing durch böswillig-manipulierte Bewertungen sind vorprogrammiert. Die gute Praxis (freundliche Mitarbeiterinnen, Empathie des Behandlers, gut organisierte Praxisabläufe mit kurzen Wartezeiten) kann ein Patient sicher beurteilen. Medizinisches Fachwissen, das richtige Einschätzen der eigenen Fähigkeiten und damit verbunden die Bereitschaft zur Kooperation des Arztes, eine adäquate Behandlung vor dem Hintergrund des wirtschaftlich Notwendigen aber auch darüber hinaus Möglichen sind für den Laien schwer zu erkennen. Eine Kollegin aus Bayreuth schlägt vor: "Wie würde der AOK wohl ein Kassenranking durch uns Ärzte gefallen? Zur Bewertung stünde an, welche Kasse uns mit der unsinnigsten Bürokratie und den hirnlosesten Anfragen überzieht, welche die meisten höflich, anständigen Versicherten hat im Vergleich zu jener, in der sich die meisten Querulanten, Dummdreisten, Hochleistungsraucher und Quartalstrinker mit dem Anspruch - der Doktor wird schon richten etc.- versichert sind."

Zu guter Letzt:
Diesmal etwas Lyrisches - für die romantisch Gebliebenen unter Ihnen: "Es war, als hätt´ der Himmel die Erde still geküsst,
Dass sie Blüten-Schimmer von ihm nun träumen müsst´.
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus
Joseph von Eichendorff
>Mondnacht

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schöneren Sommer als bisher.


Werner Resch
FA-Internist
1. Vorsitzender des ÄKV Landshut