3. Quartalsbrief 2005, Juli-September Freitag, den 07.10.2005, 18:00

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

Bürokratie: etwa ein Viertel ihrer Arbeitszeit verbringen Ärzte nach eigener Einschätzung mit Tätigkeiten, die nichts mit Medizin zu tun haben. Durchschnittlich 14 Wochenstunden entfallen für Verwaltungsarbeit, wobei die Einziehung der Praxisgebühr und das Ausfüllen von DMP Programmen die größten Zeiträuber sind. Ein Ende ist nicht abzusehen, eher das Gegenteil...

Impfungen: Lt. Umfragen ist der Impfschutz in der BRD immer noch mangelhaft. Jeder 2.Erwachsene wurde noch nie gegen Diphterie, jeder Fünfte nie gegen Tetanus geimpft. Sogar die Standardimpfungen sind in der Bevölkerung nicht ausreichend verankert. Die Quote der Impflücken ist hoch und im Zunehmen begriffen. Weisen Sie Ihr Praxispersonal an, Patienten bei jeder Gelegenheit generell auf Impfungen und gerade jetzt vor dem Beginn der Grippesaison auf die Grippeschutzimpfung aufmerksam zu machen. Natürlich geht der Impfung die Risikoaufklärung voraus, wobei eine schriftliche Information nicht das Arztgespräch ersetzen darf. In diesem Zusammenhang weise ich Sie auf einen Vortrag hin, den die Altstadt Apotheke am 17.10.2005 um 19.00 Uhr in der VHS veranstaltet, bei dem Frau Carola Lage-Roy, eine Heilpraktikerin (!), über „Impfen aus homöopathischer Sicht“ spricht. Was das Publikum (bisher 50 Anmeldungen!) dabei erwartet, lässt sich auf der HP der Dame nachlesen. Mein Wunsch wäre es, wenn sich zu dem Vortrag die Kinderärzte und einige Hausärzte einfinden würden, um an Ort und Stelle die Meinung der Schulmedizin zu vertreten.

Hilfsausschuss der BLÄK: im Bedarfsfall senden Sie bitte Ihre Anträge auf Gewährung monatlicher finanzieller Beihilfen oder Zuwendungen bis 10.Oktober 2005 an den ÄKV LA zur Weitergabe an die BLÄK

Neuanfang und Ende: wir begrüßen die Neu Niedergelassenen im ÄKV Bereich LA Dr. Mark Bendel, GP Radiologie Mühleninsel, Peter-Michael Scherliess, Übernahme der Praxis Dr. Fridolin Schwarz, Landshut, Christine Schleith, Übernahme der Praxis Dr. Friedrich Eck, Landshut, Dr. Ulrike Meyer- Pfaffenhuber GP mit Dr. Christian Gamel, Landshut, Dr. Doris Greif GP mit Dr. Ursula Vehling-Kaiser, Landshut, Dr. Michael Kampf in GP mit Dr. Georg Vielsmeier, Altdorf und Bernhard Winkler, Kröning, Allgemeinarzt - Praxis-Neugründung und wünschen einen erbaulichen Ruhestand: Dr. Fridolin Schwarz, tätig in LA seit 1.1.1973 und Dr. Friedrich Eck, tätig in LA seit 1.7.1977.

Laienfortbildung: Wir haben in Zusammenarbeit mit der VHS LA im WS 05/06 eine Vortragsreihe mit dem Titel „Schulmedizin im Gespräch“ ins Leben gerufen. Ich danke nochmals allen Referenten, die sich dafür zur Verfügung stellen. Themen, Zeit und Ort der Veranstaltung entnehmen Sie dem Vorlesungsverzeichnis der VHS (Seite 197-200). Wenn Sie Handzettel in der Praxis, Klinik oder an Ihrem Arbeitsplatz oder ein Plakat zum Aufhängen brauchen, wenden Sie sich bitte an den ÄKV LA. Die Reihe soll im SS 2006 fortgesetzt werden. Wenn Sie Themenvorschläge dazu haben oder sich selbst als Referent einbringen wollen, lassen Sie uns dies bitte wissen. Ich glaube, wir leisten damit einen gehörigen Teil medizinischer Aufklärungsarbeit, die wir keinesfalls dem zunehmenden Überangebot von selbsternannten paramedizinischen oder esoterischen Geistheilern überlassen sollten.

Vorstandssitzung: Wünsche, Fragen oder Vorschläge für die Tagesordnung der am 15.11.2005 stattfindenden Vorstandssitzung des ÄKV LA reichen Sie bitte bis 20.10.2005 beim ÄKV ein.

Teilzeit- und Weiterbildungsstellen: dazu gibt es mehrere Angebote – sehen Sie dazu auch die HP des ÄKV LA: www.aekv-landshut.de. Bitte Kontaktaufnahme unter ÄKV LA Tel. 0871 273525

Wichtiger Hinweis der BLÄK: zum 1.1.2006 ändern sich im SGB V die Voraussetzungen, die Fachärzte für Allgemeinmedizin für die Eintragung ins Arztregister erfüllen müssen (die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin muss „mindestens fünfjährig“ sein). Ab 1.1.2006 können FAe für Allgemeinmedizin nur noch dann ins Arztregister eingetragen werden, wenn ihr Weiterbildungsgang auf der Grundlage einer Weiterbildungsordnung abgeschlossen wird, die in der Allgemeinmedizin eine Mindestweiterbildungszeit von fünf Jahren vorschreibt. Die BLÄK bittet alle Ärztinnen und Ärzte, die sich im Weiterbildungsgang zum FA für Allgemeinmedizin befinden, der als Mindestweiterbildungszeit weniger als fünf Jahre vorschreibt und deren Weiterbildungszeit vor dem 31.12.2005 endet um Kontaktaufnahme bis spätestens 31.10.2005 unter Tel Nr. 089 4147-224 oder – 089 4147 -840 Die KVB weist darauf hin, dass ein Arzt , der eine nicht fünfjährige Weiterbildung absolviert hat, bis zum 31.12.2005 im Arztregister eingetragen sein muss, wenn er nach dem 1.1.2006 als Allgemeinarzt an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen will.

Bayerische Ärzteversorgung: Wichtige Adressen: Postanschrift: 81919 München, Hausanschrift: Denningerstraße 37 81925 München Tel: 089 9235-7011 Fax: 089 9235-8767, E-mail: info@aerzteversorgung.org oder Internet: www.aerzteversorgung.org

Meldepflicht: Bitte denken Sie daran neu angestellte Ärztinnen/Ärzte und Weiterbildungsassistentinnen und –assistenten sowie Zweigpraxen und überörtliche Gemeinschaftspraxen immer an den ÄKV LA zu melden.

Fortbildungen:
Notfall in der Arztpraxis – von Praktikern für Praktiker - Kurse, Seminare Fortbildungen. Auskunft: E-mail: sefrin_p@klinik.uni-wuerzburg.de
Ethiktagung in Straubing: siehe Beilage
Onkologie in Landshut: 15.10.2005 09.00 bis 14.30 Uhr Zeughaus/Grieserwiese Landshut
Psychosomatische Grundversorgung: 9 Samstage, jeweils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Auskunft: CA Dr.med. E. Jaumann Tel: 0871 404 0 Fax: 0871 404 2810 oder E-mail: anaesthesie@kh-landshut-achdorf.de
FoBi im BKH Landshut, 26.10.2005 - 15.00 Uhr Konferenzraum , PD Dr. Banger: Benzodiazepinabhängigkeit
Nächste ÄKV Fortbildung nicht, wie angekündigt am 19.10.2005 sondern erst am 26.10.2005 Thema: Depression und Schmerz, siehe Beilage
Erlauben Sie mir zum Thema FoBi eine Bemerkung: die FoBis des ÄKV LA sind, wegen der ausgewogenen Themenauswahl, durchwegs gut besucht. M E. steht eine bestimmte Fachgruppe bei allen Anwesenden in schlechtem Licht, wenn z.B. zum Thema „Diagnostik und Therapie von entzündlichen Gelenkerkrankungen“ kein einziger der in LA niedergelassenen Kollegen dieser Fachgruppe, die dieses Thema auch interessieren müsste, zur FoBi erscheint. FoBis haben nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch kommunikativen Charakter, der von den zahlreichen Besuchern sehr geschätzt wird.

Kürzlich nahm ich an einer kunsthistorischen Führung durch die Landshuter Stadtresidenz teil. Im „Italienischen Saal“ findet sich eine umlaufende Inschrift, die heute noch, 570 Jahre nach ihrem Entstehen, nicht nur für die große Politik in Berlin, wo derzeit um eine Regierungsneubildung gerungen wird, sondern auch für uns alle aus berufspolitischer Sicht (z.B. HA-FA-Konflikt) wegweisend sein könnte: „CONCORDIA PARVAE RES CRESCVNT / DISCORDIA MAXIMAE DILABVNTVR“! (zu Deutsch: Eintracht lässt das Kleine wachsen, Zwietracht zerstört selbst das Mächtigste!)

Auch in diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start ins letzte Quartal 2005 und verbleibe mit besten kollegialen Grüßen Ihr


Werner Resch
FA-Internist
1. Vorsitzender des ÄKV Landshut