3. Quartalsbrief 2010, Juli-September Sonntag, den 03.10.2010, 16:00

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

heute ist der 3. Oktober, der 276. Tag des Jahres und es bleiben Ihnen noch 89 Tage, um Ihre für 2010 vorgenommenen Ziele zu erreichen. Heute ist aber auch unser Nationalfeiertag, der "Tag der Deutschen Einheit", der uns daran erinnern soll, dass heute vor 20 Jahren, das nach dem 2. Weltkrieg in zwei Teile getrennte Deutschland sich wiedervereint hat. 20 Jahre nach der Einheit ist aber immer noch nicht zusammengewachsen, was zusammengehört. Spott, Vorurteile und Mentalitätsunterschiede trennen West- und Ostdeutsche, von denen viele Angst vor Diskriminierung haben und auch handfeste Gründe dafür haben, die sich als Deutsche 2. Klasse fühlen. Das größte Vorurteil: Ossis sind faul. Diejenigen Ostbürger, die Arbeit haben, jobben häufiger in prekären Verhältnissen und verdienen im Schnitt 17 % weniger als ihre Kollegen im Westen. Insgesamt sind in der BRD nur 5 % aller Professuren in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern an Akademiker aus den neuen Bundesländern vergeben, die meisten davon in Ostdeutschland. Kein Dax-Vorstand, kein Ver-fassungsrichter, kaum ein Chefredakteur stammt aus Ostdeutschland. Am anderen Ende der Skala gibt es ihn wirklich, den sprichwörtlichen Hartz-IV-Empfänger im Osten, und zwar doppelt so häufig wie im Westen. Es entsteht ein Bild: Hier Westdeutsche, weit oben in der Hierarchie, dort Ostdeutsche, eher am unteren Ende der Leiter. Das Bild stimmt so nicht, aber die meisten Deutschen haben es dennoch so verinnerlicht. Eine Erklärung dafür wäre: In einem der größten gesellschaftlichen "Experimente" der Geschichte wurde Deutschland zweigeteilt in einen demokratisch und einen sozialistisch geprägten Part. In 40 Jahren bildeten sich unterschiedliche Lebenswirklichkeiten heraus. Nach der Wende in der DDR hatten es die Westdeutschen nicht nötig, sich in irgendeiner Form anzupassen. Dies wurde aber von den Ostdeutschen erwartet und zwar nur von ihnen. Es gab damals etwa 60 Millionen Westdeutsche und 20 Millionen Ostdeutsche. Die Mehrheit definierte den Standard, somit ist Deutschland bis heute Wessiland. Der Dumme sucht den Unterschied, der Weise die Gemeinsamkeiten.... Einige Informationen für Sie:


Fortbildungen des ÄKV 2010 in den Bernlochner Stadtsälen: (Beginn jeweils 19:30 Uhr)

20.10. "Alkoholmissbrauch, Drogen und Gewalt bei Jugendlichen" - Podiumsdiskussion mit mehreren Experten - Moderation Frau Dr. M. Fick
10.11. "Diagnostik und Therapie der Demenz" - Prof. Dr. med. Hans Förstl - Psychiatrische Klinik u Poliklinik re. d. Isar München
15.12. "Rheuma-Innere Medizin und Auge" - Prof. Dr. med. Stephan Thurau - Augenklinik LMU München.
10.11. "Diagnostik und Therapie der Demenz" - Prof. Dr. med. Hans Förstl - Psychiatrische Klinik u Poliklinik re. d. Isar München.
Die Fortbildungsveranstaltungstage 2011 stehen schon fest, Themenwünsche werden gerne noch entgegengenommen.

Laienfortbildungen in Zusammenarbeit mit der AOK Landshut: (jeweils um 19.00 Uhr im Vortragssaal der AOK Landshut Luitpoldstraße)

28.10. Migräne und Kopfschmerzen - Hilfe zur Selbsthilfe - Frau Dr. med. B. Wittmann Landshut
11.11. Diabetes mellitus - Gefahr für die Gefäße - Erkennen, Behandeln, besser Leben - Frau Dr. med. R. Spranger Landshut

Einladungen zu Fortbildungen Immer wieder beklagen sich Kolleginnen und Kollegen, dass sie keine Einladungen zu den FoBis des ÄKV erhalten, was wohl daran liegt, dass sie sich nicht dafür angemeldet haben. Rufen Sie uns an, nennen Sie uns Ihre Faxnummer, Ihre E-Mail-Adresse und wir nehmen Sie in unseren Verteiler auf. Zudem werden die FoBis auf der Internetseite des ÄKV LA und am Tag der Fobis in der Landshuter Zeitung unter Vereine/Verbände bekannt gemacht.

Neue Bankverbindung: Die nunmehr einzige Bankverbindung des ÄKV Landshut lautet: Deutsche APO Bank Düsseldorf BLZ 300 606 01 - Konto Nummer: 000 898 899 4.
Die Konditionen waren dort einfach günstiger als bei der Sparkasse LA. Eine Beratungsfiliale der Bank befindet sich in der Ländgasse 43 - 84028 Landshut (Tel. 0871/4303088).

Kultur: Meinem Aufruf zu einem etwa 2 stündigen kunsthistorisch-historischen Rundgang in der Stadt Landshut sind 5 Personen gefolgt, davon nur eine von auswärts. Nachdem der Vorschlag, die Stadt, in der man lebt und arbeitet, (besser) kennenlernen zu wollen als äußerst positiv aufgenommen wurde, erstaunt doch die nur geringe Zahl der Anmeldungen. Wir warten jetzt diesen 2. Aufruf ab und dann gehen einfach die, welche sich gemeldet haben. Kultur tut gut. Sie werden sehen. NB: Auch in beiden Theatern begann die Spielzeit, die Freunde der Musik bieten ein abwechslungsreiches Kammermusikprogramm und auch die Ausstellung Landshut 90+ wartet noch auf Ihren Besuch.

Neues aus den Kliniken: Herr Dr. med. K.H. Rothenberger beendet Ende des Jahres seine Tätigkeit als Chefarzt der Urologie am Klinikum und wird von Herrn Dr. med. Markus Straub, einem Spezialisten für große, urologische Tumorchirurgie abgelöst, der derzeit noch als OA an der Urologischen Klinik am KKH St. Josef in Regensburg arbeitet. Die Amtszeit von Herrn Prof. Dr. med. A. Holstege als Ärztlicher Direktor des Klinikums LA wurde bis September 2015 verlängert, zu seinem Stellvertreter wurde Herr PD Dr. med. H.P. Dinkel gewählt. Herr PD Dr. med. F. Löhe, Chefarzt der Chirurgie I am Klinikum LA wurde von der LMU München zum Professor ernannt. Herr PD Dr. med. B. Zrenner, Chefarzt der Inneren Medizin I am KKH Achdorf wurde von der Universität Chonching zum Prof. hc. ernannt. Wir gratulieren.

69. Bayerischer Ärztetag vom 15.-17.10.2010 in Fürth: Frau Kollegin Dr. med. G. Pfann und ich werden als Vertreter des ÄKV LA daran teilnehmen. Wichtige Themen werden sein: Die nach dem überraschenden Rücktritt von Herrn Dr. H. Koch (aus gesundheitlichen Gründen) erforderliche Neuwahl des Präsidenten und der Vizepräsidenten der BLÄK, die Finanzen der BLÄK, die Änderung der Weiterbildungsordnung und der Gebührensatzung sowie Überlegungen zur angedachten Novellierung des Heilberufe-Kammergesetzes durch das Bayerische Ministerium für Umwelt und Gesundheit, in der die dreigliedrige Struktur der Berufsvertretungskörperschaften verändert werden sollte (u.a. sollten Bezirks- und Kreisverbände aufgelöst werden). Mittlerweile liegen der BLÄK Informationen vor, dass derlei ministerielle Überlegungen nicht mehr weiter verfolgt werden sollen.

Zum Schluss einige Gedanken zur Gesundheitsreform: Es geht dabei, wie eigentlich immer, nur um die Steigerung der Beitragseinnahmen, die durch den medizinischen Fortschritt, die demografische Entwicklung und den Gehaltsforderungen und -steigerungen der Leistungserbringer begründet wird und deshalb notwendig sein soll. Aber: das ganze System ist überbürokratisiert (nach einer Studie 2010 wären jährlich Einsparungen von 1,4 Milliarden Euro durch mehr Effizienz in der Verwaltung gesetzlicher Kassen möglich), es fehlen Anreize und die Einsicht sparen zu müssen und wer das Kind beim Namen nennt, gilt als Nestbeschmutzer. Ich zitiere Herrn Gerd Probst: "Was Rösler will, ist keine Operation am offenen Herzen, sondern er klebt Pflaster, die nur verdecken, was eher früher als später wieder aufbrechen wird."

In diesem Sinne verbleibe ich
Ihr Dr.med. Werner Resch - 1. Vorsitzender ÄKV Landshut