4. Quartalsbrief 2009, Oktober-Dezember Montag, den 11.1.2010, 18:00

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

Heute ist der 3. Januar 2010, der 3. Tag des Neuen Jahres und ich hoffe, Sie können zufrieden auf die vergangenen Feiertage mit dem Weihnachtsfest, Silvester und an den Beginn des Neuen Jahres zurück blicken. Heute ist auch ein schöner Wintertag , zwar ohne viel Schnee, aber es ist kalt, obwohl die Sonne scheint und die Luft ist erfrischend klar, so dass ich nach einem kleinen Spaziergang mit klarem Kopf diesen Brief an Sie alle schreiben kann... Einige Informationen für Sie:

Fortbildungen des ÄKV 2010 in den Bernlochner Stadtsälen: (Beginn jeweils 19:30 Uhr)
20.01. - CED- Standard und Entwicklungen – Prof. Dr. med. J. Schölmerich, Direktor der Uniklinik Regensburg
10.02. - Management der neuen Grippe – Prof. Dr. med. Th. Löscher LMU, III. Med. Klinik, Leiter Abt. Infektions- und Tropenmedizin
17.03. - Diagnostik und klinisches Management von Nierenkrankheiten – Prof. Dr. med. W. Samtleben, OA I. Med. Uniklinik München / 14.04. Diagnostik und Therapie des Coloncarcinoms – Dr. med. Franz Käser, CA KKH Landshut Achdorf – anschließend Mitgliederversammlung 2010
19.05. - Management des akuten Notfalls – PD Dr.med. C.M. Reng CA Innere Medizin KKH Bogen

Fortbildungsbesuch:
Die Vorstandschaft musste in ihrer letzten Sitzung bei Durchsicht der Besucherzahlen feststellen, dass diese im Vergleich zum Vorjahr und vor allem zu früheren Jahren deutlich rückläufig sind. Der ÄKV ist gesetzlich verpflichtet Fortbildungen durchzuführen, dies gehört zu seinen wesentlichen Aufgaben. Eine Umfrage 2008/2009 unter den Veranstaltungs-besuchern ergab durchwegs gute bis sehr gute Zufriedenheit mit den angebotenen Themen und Referenten sowie dem Veranstaltungsort. Wir bemühen uns seit Jahren um eine ausgewogene, für alle Fachgruppen interessante Fortbildung. Natürlich schläft die „Konkurrenz“ nicht: Beide Krankenhäuser veranstalten zusätzliche FoBis, es gibt zahlreiche, gut besuchte Qualitätszirkel und auch die Pharmaindustrie lockt mit FoBi-Angeboten. Zudem sind München und Regensburg nicht weit. Nun hat die Stadt Landshut den Mietpreis des Bernlochnersaals um 10 % erhöht. Wir stehen nun vor der Entscheidung, ob wir weniger FoBis veranstalten sollen, ob wir den teuren Veranstaltungsort wechseln und dabei einen Ort vorziehen, an dem nur ein Catering möglich ist oder es nach der FoBi keine kollegialen Gespräche bei einem Glas Bier, Wein oder Wasser mehr geben soll. Bei der MGV im April wollen wir nach Unterbreitung verschiedener Vorschläge mit Ihnen darüber entscheiden.

Veränderungen im Kreisverband Landshut:
Leider steht nun fest, dass die KVen den Ärztlichen Bezirksverbänden aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Informationen über erfolgte Praxisneuzulassungen, -umstrukturierungen oder -beendigungen mehr zukommen lassen darf, da es passieren könnte, dass die Ärztegemeinschaft von einer solchen Maßnahme eher erfährt, als der Antragsteller. Informationen dazu finden Sie unter: www.kvb.de bei Arztsuche., wo Sie jeden niedergelassene(n) Kollegin(en) in BY ausfindig machen können. Schade, früher bekamen wir quartalsmäßig ein Buch, dann eine CD mit den Daten und jetzt nichts mehr. Ja, das ist eben der Datenschutz, der mittlerweile so weit geht, dass mir die Vertriebsabteilung der Landshuter Zeitung meinen Zeitungszusteller nicht nennen durfte, als ich mich beschweren wollte, weil ich öfter keine Zeitung im Briefkasten vorfinde. (Selbiger steht aber jedes Jahr vor der Tür, um „frohe Weihnachten“ zu wünschen und die Hand aufzuhalten.)

Laienfortbildung in Zusammenarbeit mit der AOK Bayern:
Diese Veranstaltungen sind bei den Patienten sehr beliebt, erfreuen sich hoher Besucherzahlen (je nach Thema bis 150 Zuhörer !) und werden deshalb auch 2010 fortgesetzt.
Ort: AOK Landshut
Zeit: 19.00 Uhr
Termine:
24.02. - Mammografie-Screening – Dr.Aichinger und Dr. Lössl
25.03 - Angst- und Panikattacken – Frau Dr. Staudinger-Pfeffer
22.04. - In Vilsbiburg: Darmkrebs kann jeden treffen – PD Dr. Pehl
13.05. - Grauer oder grüner Star – Augen MVZ Dres. Kölbl et al
30.09. - Volkskrankheit Rückenschmerzen – Dr. Zieglmeier
28.10. - Migräne und Kopfschmerzen – Frau Dr. Wittmann
11.11. - Diabetes – Gefahr für die Gefäße – Frau Dr. Spranger.
Weitere Informationen dazu, mit Aushangplakat und Flyern für die Praxis, erhalten Sie jeweils kurzfristig vor der Veranstaltung beim ÄKV LA und den ÄKV FoBis.

Der Arzt und sein Recht:
"Ärzte und Juristen passen nicht zusammen" lautet eine alte, oft zitierte Weisheit. Tatsächlich umgibt uns eine verworrene Welt von Verordnungen und Gesetzen. Dass im Sozialrecht vieles im Argen liegt, fühlen wir tagtäglich, dass einem manches – durch die juristische Brille betrachtet - nahezu grotesk erscheint, erschreckt umso mehr. Beispiel: mögliche getroffene Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern (Rabattverträge nach § 130a (8) SGB V) leiten primär keine Rechtsbeziehung zwischen Arzt und Rabattvertrag her. Erst durch die Handlung des Apothekers – wenn er dem Vertrag folgend – die ärztliche Verordnung einfach austauscht berührt dies den Arzt in seiner Verordnungshoheit. Dies ist aber als rechts-widrig einzustufen, weil der Bundesmantelvertrag Ärzte bzw. Ersatzkassenvertrag eindeutig regelt: Kassen haben die Arzneiverordnungen nicht zu genehmigen, was nichts anders bedeutet als: Sie haben ärztliche Verordnungen in keiner Weise zu beeinflussen. Ärzte müssen indiziert, wirtschaftlich und damit sinnvoll. Das Setzen des „aut idem“ Kreuzes ist also dann unbedingt notwendig, wenn der Verordner es für zwingend erachtet, dass an den Patienten ein ganz bestimmtes Medikament abgegeben werden soll.

Zum Schluss:
Wie es zum Anfang einen Neuen Jahres üblich ist, hat jeder einen Berg guter Vorsätze, was man ab jetzt nicht mehr tun wird oder lassen sollte und welche neuen Prioritäten man statt dessen in seinem zukünftigen Leben setzen möchte. Oft bleibt dann aber alles, wie es war , gelegentlich wird es sogar schlechter aber manchmal wird es auch besser als gehofft. Da die Hoffnung aber zuletzt stirbt, deshalb sollte man sie nie aufgeben. Ich verrate Ihnen meine Gedanken , die mich persönlich für das Jahr 2010 bewegen und meine „guten Vorsätze“ In einem Jahr an selber Stelle werden wir sehen, was daraus geworden ist.

Vielleicht passen meine Wünsche aber auch in Ihr Konzept für 2010:
Ich wünsche mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
ich wünsche mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und
ich wünsche mir die Weisheit, das eine vom anderen unterscheiden zu können.

In diesem Sinne verbleibe ich
Ihr Dr.med. Werner Resch – 1. Vorsitzender ÄKV Landshut